Zum Inhalt

Hintergrund (Was ist RHS?)

Diese Seite ist für Erstnutzer:innen

Wer schon in einer Rettungshundestaffel aktiv ist, kann direkt zum Vollständigen Handbuch oder zum Tutorial „Erste 10 Min" springen.

Was tun Rettungshundestaffeln?

Eine Rettungshundestaffel (RHS) ist eine operative Einheit aus ehrenamtlich engagierten Hundeführer:innen mit zertifizierten Suchhunden. Sie wird typischerweise von der Polizei über die Rettungs-Leitstelle (ILS) angefordert, wenn eine Person vermisst wird — etwa ein:e Demenz-Patient:in, ein verirrtes Kind, ein Suizidgefährdeter oder eine vermisste Wandernde.

Pro Jahr werden in Deutschland bis zu 100.000 Personen als vermisst gemeldet (BRH-Statistik 2024). Ein Teil davon wird im Rahmen großer Suchaktionen mit Rettungshunden, Polizei, Feuerwehr und Drohnen gemeinsam gesucht.

Welche Organisationen führen Rettungshundestaffeln?

In Deutschland existieren parallel mehrere Träger-Strukturen:

Träger Rolle
DRK (Deutsches Rotes Kreuz) Eigene Rettungshundestaffeln pro Kreisverband
JUH (Johanniter-Unfall-Hilfe) Eigene Staffeln, oft auf Landesebene koordiniert
MHD (Malteser Hilfsdienst) Eigene Staffeln
ASB (Arbeiter-Samariter-Bund) Eigene Staffeln
BRH (Bundesverband Rettungshunde e. V.) Überregionaler eigenständiger Verband mit eigenen Staffeln
THW (Technisches Hilfswerk) Fachgruppe „Ortung", inkl. Rettungshunde-Komponente

Alle Staffeln arbeiten nach den gleichen taktischen Prinzipien und sind im Einsatz hilfsorganisations-übergreifend kompatibel — etwa durch die Verwendung der DV-101-Tactical-Signs.

Such-Methoden

Methode Wann eingesetzt? Was macht der Hund?
Mantrailing (MT) Wenn ein Geruchsträger der vermissten Person verfügbar ist Folgt der individuellen Geruchsspur — weg vom letzten Aufenthaltsort
Flächensuche (FL) Wenn der Aufenthaltsbereich grob bekannt ist, aber kein konkreter Geruchsträger Sucht ein definiertes Gebiet flächendeckend nach allgemeinem Menschengeruch
Trümmersuche Bei eingestürzten Gebäuden Sucht in Trümmern nach verschütteten Personen
Wasserortung Bei vermutlicher Person unter Wasser Wittert Geruch an der Wasseroberfläche, vom Boot aus
Lawinensuche Bei Verschüttung in Schnee Findet Personen unter mehreren Metern Schnee
Leichensuche Bei vermuteter Auffindung Verstorbener Spezielle Konditionierung

Rollen im Einsatz

Rolle Aufgabe
Einsatzleiter:in (EL) Operative Steuerung, Schnittstelle zur Polizei/ILS
Kartenführer:in Pflegt das Lagebild
Funkwart Empfängt und sendet Funkmeldungen
Hundeführer:in (HF) Bewegt sich mit Hund im Suchgebiet
Truppführer:in (TF / GF) Leitet 2–5 Personen im Such-Trupp
Zugführer:in (ZF) Leitet einen Verband mehrerer Trupps

Typischer Einsatzablauf in 7 Schritten

1. Anfrage  → Polizei / ILS meldet vermisste Person an die RHS
2. Anlauf   → EL legt Einsatz an, erfasst VP-Steckbrief und IPP/LKP
3. Planung  → Suchgebiete zeichnen, Wetter prüfen, Koester-Ringe
4. Kräfte   → Eigene Staffel + ggf. Fremdkräfte alarmieren
5. Briefing → Lagebriefing für die ankommenden Trupps drucken
6. Suche    → Trupps durchsuchen ihre Sektoren, melden Status per
              Funk, EL pflegt POD-Werte beim Abschluss jedes Sektors
7. Abschluss → Person gefunden / Sucheinstellung → Lagebericht +
              Übergabe an Polizei

SARmission begleitet jeden dieser Schritte mit dedizierten Werkzeugen.

Schlüsselbegriffe

  • IPP (Initial Planning Point) = Punkt, von dem aus die Suche geplant wird
  • POA (Probability of Area) = Wahrscheinlichkeit, dass die VP in einem Suchgebiet ist
  • POD (Probability of Detection) = Wahrscheinlichkeit, dass eine durchsuchte Fläche die VP gefunden hätte
  • Mattson-Verfahren = Bayes-basierte Methode zur Priorisierung des nächsten Suchgebiets
  • Koester-Modell = Statistik-Modell von Robert J. Koester (NASAR 2008) für Bewegungs-Reichweiten je Personenkategorie
  • DV 101 = Dienstvorschrift Bevölkerungsschutz mit standardisierten taktischen Symbolen

Vollständiges Glossar

Was SARmission nicht ist

  • Keine Leitstellen-Software — SARmission ergänzt Leitstellen-Systeme, ersetzt sie nicht
  • Keine Auto-Disposition — Trupp-Zuweisung erfolgt manuell
  • Kein Auto-Funkverkehr — Funk wird über externe Systeme abgewickelt
  • Keine ILS-Anbindung in v4.0.0 — Roadmap v5.x

Bereit für die App? → Tutorial: Erste 10 Minuten