Hintergrund (Was ist RHS?)
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Was tun Rettungshundestaffeln?¶
Eine Rettungshundestaffel (RHS) ist eine operative Einheit aus ehrenamtlich engagierten Hundeführer:innen mit zertifizierten Suchhunden. Sie wird typischerweise von der Polizei über die Rettungs-Leitstelle (ILS) angefordert, wenn eine Person vermisst wird — etwa ein:e Demenz-Patient:in, ein verirrtes Kind, ein Suizidgefährdeter oder eine vermisste Wandernde.
Pro Jahr werden in Deutschland bis zu 100.000 Personen als vermisst gemeldet (BRH-Statistik 2024). Ein Teil davon wird im Rahmen großer Suchaktionen mit Rettungshunden, Polizei, Feuerwehr und Drohnen gemeinsam gesucht.
Welche Organisationen führen Rettungshundestaffeln?¶
In Deutschland existieren parallel mehrere Träger-Strukturen:
| Träger | Rolle |
|---|---|
| DRK (Deutsches Rotes Kreuz) | Eigene Rettungshundestaffeln pro Kreisverband |
| JUH (Johanniter-Unfall-Hilfe) | Eigene Staffeln, oft auf Landesebene koordiniert |
| MHD (Malteser Hilfsdienst) | Eigene Staffeln |
| ASB (Arbeiter-Samariter-Bund) | Eigene Staffeln |
| BRH (Bundesverband Rettungshunde e. V.) | Überregionaler eigenständiger Verband mit eigenen Staffeln |
| THW (Technisches Hilfswerk) | Fachgruppe „Ortung", inkl. Rettungshunde-Komponente |
Alle Staffeln arbeiten nach den gleichen taktischen Prinzipien und sind im Einsatz hilfsorganisations-übergreifend kompatibel — etwa durch die Verwendung der DV-101-Tactical-Signs.
Such-Methoden¶
| Methode | Wann eingesetzt? | Was macht der Hund? |
|---|---|---|
| Mantrailing (MT) | Wenn ein Geruchsträger der vermissten Person verfügbar ist | Folgt der individuellen Geruchsspur — weg vom letzten Aufenthaltsort |
| Flächensuche (FL) | Wenn der Aufenthaltsbereich grob bekannt ist, aber kein konkreter Geruchsträger | Sucht ein definiertes Gebiet flächendeckend nach allgemeinem Menschengeruch |
| Trümmersuche | Bei eingestürzten Gebäuden | Sucht in Trümmern nach verschütteten Personen |
| Wasserortung | Bei vermutlicher Person unter Wasser | Wittert Geruch an der Wasseroberfläche, vom Boot aus |
| Lawinensuche | Bei Verschüttung in Schnee | Findet Personen unter mehreren Metern Schnee |
| Leichensuche | Bei vermuteter Auffindung Verstorbener | Spezielle Konditionierung |
Rollen im Einsatz¶
| Rolle | Aufgabe |
|---|---|
| Einsatzleiter:in (EL) | Operative Steuerung, Schnittstelle zur Polizei/ILS |
| Kartenführer:in | Pflegt das Lagebild |
| Funkwart | Empfängt und sendet Funkmeldungen |
| Hundeführer:in (HF) | Bewegt sich mit Hund im Suchgebiet |
| Truppführer:in (TF / GF) | Leitet 2–5 Personen im Such-Trupp |
| Zugführer:in (ZF) | Leitet einen Verband mehrerer Trupps |
Typischer Einsatzablauf in 7 Schritten¶
1. Anfrage → Polizei / ILS meldet vermisste Person an die RHS
2. Anlauf → EL legt Einsatz an, erfasst VP-Steckbrief und IPP/LKP
3. Planung → Suchgebiete zeichnen, Wetter prüfen, Koester-Ringe
4. Kräfte → Eigene Staffel + ggf. Fremdkräfte alarmieren
5. Briefing → Lagebriefing für die ankommenden Trupps drucken
6. Suche → Trupps durchsuchen ihre Sektoren, melden Status per
Funk, EL pflegt POD-Werte beim Abschluss jedes Sektors
7. Abschluss → Person gefunden / Sucheinstellung → Lagebericht +
Übergabe an Polizei
SARmission begleitet jeden dieser Schritte mit dedizierten Werkzeugen.
Schlüsselbegriffe¶
- IPP (Initial Planning Point) = Punkt, von dem aus die Suche geplant wird
- POA (Probability of Area) = Wahrscheinlichkeit, dass die VP in einem Suchgebiet ist
- POD (Probability of Detection) = Wahrscheinlichkeit, dass eine durchsuchte Fläche die VP gefunden hätte
- Mattson-Verfahren = Bayes-basierte Methode zur Priorisierung des nächsten Suchgebiets
- Koester-Modell = Statistik-Modell von Robert J. Koester (NASAR 2008) für Bewegungs-Reichweiten je Personenkategorie
- DV 101 = Dienstvorschrift Bevölkerungsschutz mit standardisierten taktischen Symbolen
Was SARmission nicht ist¶
- Keine Leitstellen-Software — SARmission ergänzt Leitstellen-Systeme, ersetzt sie nicht
- Keine Auto-Disposition — Trupp-Zuweisung erfolgt manuell
- Kein Auto-Funkverkehr — Funk wird über externe Systeme abgewickelt
- Keine ILS-Anbindung in v4.0.0 — Roadmap v5.x
Bereit für die App? → Tutorial: Erste 10 Minuten